Ausgangslage


Stetiger Wandel in der Schützenmatt

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist das Gebiet im Norden des Bahnhofs Emmenbrücke noch weitestgehend unbebaut. Die nahgelegenen Höfe Herdschwand und Oberhof werden noch von grünen Wiesen umgeben. Bis heute erinnert die Bezeichnung der Quartiere, welche später an ihrer Stelle entstehen sollen, an die landwirtschaftliche Vergangenheit. Unweit der Bauernhöfe gesellt sich, umrahmt vom alten Trassee der Seetalbahn und der Hochdorferstrasse, einzig das Restaurant Seetal, wo seit den 1870er Jahren gewirtet wird.

Mit der Jahrhundertwende wird der Startschuss einer rasanten Entwicklung in Emmenbrücke gegeben. Der Bau von Wohnhäusern und gewerblichen Gebäuden wie das heute noch bestehende Kaufhaus Sonnenhof tragen zu einer fortschreitenden Belebung der Schützenmatt bei. In den Dreissiger Jahren wird mit dem Anlegen der Schützenmattstrasse der Rahmen des heutigen Quartiers endgültig gelegt, in der Folge wird das Gebiet weitestgehend bebaut. Eine prägende Veränderung stellt in den 50er Jahren der Neubau der Seetalstrasse dar, womit die Hochdorferstrasse als Verkehrsachse an Bedeutung verliert. Kurz vor der Jahrtausendwende erfolgt die Verlegung der Seetalbahn, wodurch die Lebensqualität im Quartier merklich erhöht wird und bedeutende Flächen freigelegt werden.

Bis heute befindet sich dieses Quartier in stetiger Weiterentwicklung. Im Dreieck zwischen Bahngeleisen, Hochdorfer- und Schützenmattstrasse werden allerdings viele Gebäude den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht. So weisen gewisse Liegenschaften eine alte Bausubstanz mit nicht mehr zeitgemässen Grundrissen auf, weiter sind die Grundstücke an dieser Lage nicht gut ausgenutzt. Auch im Hinblick auf eine attraktivere Gestaltung des Feiraums sowie einer sicheren Verkehrsführung für Fussgänger und Velofahrer bietet die Umgestaltung des aktuellen Bestandes eine Chance.

Wie das im Jahr 2019 verabschiedete städtebauliche Gesamtkonzept festhält, eignet sich das Gebiet für die Entwicklung zu einem Zentrumsort mit hoher Dichte und starker Nutzungsdurchmischung. Die Nähe zu Verkehrsinfrastrukturen, Freizeitangeboten und Einkaufsmöglichkeiten ist dabei sowohl für Wohn- als auch für Arbeitsnutzungen besonders attraktiv. Die zwei grössten Grundeigentümerinnen im Perimeter haben dieses Potential erkannt und beabsichtigen daher, das Areal in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Emmen zu erneuern und qualitätsvoll zu verdichten.

Seit Januar 2021 ist das Gebiet Schützenmatt Bestandteil des Perimeters von Luzern Nord.

Was ist in der Arealentwicklung bereits geschehen?

Als Grundlage für die weitere Planung wurde zwischen der Gemeinde Emmen sowie den entwicklungswilligen Grundeigentümern, der BRUN Real Estate AG und der Pensionskasse BRUN, eine Planungsvereinbarung abgeschlossen. Ebenfalls in Planungsperimeter aufgenommen wurden die Grundstücke weiterer Grundeigentümer, welche durch ihre Lage in die kommenden Überlegungen mit einbezogen werden sollten. Die nebenstehende Karte zeigt den Planungsperimeter auf.

Um das richtige Dichtemass an dieser anspruchsvollen Lage definieren zu können, wurde in einem ersten Schritt eine Entwicklungsstudie durchgeführt. Zudem sollten in diesem Planungsschritt bereits die Rahmenbedingungen bezüglich Nutzungen, Erschliessung, Parkierung und Freiraum verdeutlicht werden. Den Grundeigentümerinnen und der Gemeinde war dabei der frühzeitige Einbezug der Quartierbewohner, der weiteren Bevölkerung sowie der Politik im Sinne einer qualitätsvollen Entwicklung wichtig. In diesem Sinne wurde im Frühling 2022 eine erste Mitwirkung mit Akzeptanzbefragung durchgeführt. Durch die Einbindung sollten Anregungen, Bedenken und heute wahrgenommene Qualitäten in der Schützenmatt identifiziert werden. Zudem sollte in Erfahrung gebracht werden, welches Verbesserungspotenzial für ein lebenswertes Quartier in einem Transformationsprozess vorliegt.

Die Erkenntnisse aus der Entwicklungsstudie flossen in einen Studienauftrag ein, woraus ein Richtprojekt des Teams Fischer Architekten, BÖE Studio und alb-projekte aus Zürich entwickelt wurde. Das Richtprojekt zeigt auf, wo wie hoch gebaut werden kann, was für Nutzungen angedacht sind, wie die Freiräume aussehen und wie die Erschliessung zu Fuss, mit dem Velo und dem Auto aussieht. Auch in diesem Prozessschritt ist wieder der Einbezug der Bevölkerung vorgesehen. Am 28. September 2023 wurde dazu eine Infoveranstaltung durchgeführt. In der nun angestossenen Mitwirkung ist die interessierte Bevölkerung dazu eingeladen, der Gemeinde ihre Haltung zum Richtprojekt mitzuteilen.

Ein detaillierter Ablauf des vorgesehenen Planungsprozesses kann ebenfalls auf dieser Projektwebseite aufgerufen werden.

Wie geht es in der Arealentwicklung weiter?

Da Entwicklungsprojekte an einer solch zentralen Lage in den Aspekten Städtebau, Architektur, Freiraumgestaltung, Erschliessung, Mobilität und Nutzungsmix hohe Ansprüche aufweisen, müssen sie mit einer gesamtheitlichen Sichtweise angegangen werden. Ein Bebauungsplan erlaubt dabei eine gegenüber der Grundnutzung erhöhte Ausnutzung, wodurch auch eine gewisse Verdichtung erzielt werden kann.

Gleichzeitig ermöglicht das Bebauungsplanverfahren der Gemeinde, Qualitätsanforderungen bereits frühzeitig festzulegen. Dadurch kann eine aufeinander abgestimmte Entwicklung des gesamten Perimeters auch bei einer gestaffelten Bautätigkeit sichergestellt werden, um langfristig die Entwicklung eines attraktiven Quartiers im Herzen von Emmenbrücke zu realisieren.

Ab wann ist mit baulichen Veränderungen im Planungsgebiet zu rechnen?

Der Prozess der Arealentwicklung wurde im Frühling 2021 gestartet. Mit der Genehmigung des Bebauungsplanes ist unter Berücksichtigung aller notwendigen Verfahrensschritte nicht vor dem Jahr 2026 zu rechnen. Die Umsetzung von Bauprojekten liegt anschliessend in der Verantwortung der jeweiligen Grundeigentümer. Mit dem Start der schrittweisen Realisierung ist nach heutigem Wissensstand ab 2027 zu rechnen.

mitwirken.emmen.ch

© Gemeinde Emmen, 2021

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