B: Pilotprojekt


Was sind die angestrebten Ziele?

Für beengte Strassenräume - wie etwa die Mooshüslistrasse - soll ein Querschnitt bestimmt werden, der das Velofahren sicherer macht und bei den Verkehrsteilnehmenden auf hohe Akzeptanz stösst.

Im Rahmen eines Pilotprojekts soll auf einem rund 850m langen Abschnitt der Mooshüslistrasse mithilfe von Radstreifen, einer schmalen Kernfahrbahn und einer Tempo-30-Strecke eine objektiv und subjektiv sichere Veloinfrastruktur im bestehenden Strassenquerschnitt geschaffen werden – ohne zusätzlichen Landerwerb oder Enteignungsverfahren.

In diesem Zusammenhang soll das Institut für Raumentwicklung der Ostschweizer Fachhochschule im Auftrag des Bundesamts für Strassen (ASTRA) Forschungsarbeiten zur subjektiven und objektiven Verkehrssicherheit im Pilotprojektperimeter für den heutigen Zustand und den Zustand gemäss Pilotprojekt durchführen. Dabei kommen Beobachtungen, Befragungen sowie gegebenenfalls Sensorik zur Stressmessung zum Einsatz, zudem wird der Überholabstand und die Anzahl Überholvorgänge von Personenwagen erfasst. Ziel der Untersuchung ist es, wissenschaftlich fundiert zu klären, ob die nachfolgend dargestellten Querschnitte «QS1 Pilotprojekt», «QS2 Pilotprojekt» und «QS3 Pilotprojekt» zu einer Verbesserung der Sicherheit und Attraktivität des Veloverkehrs gegenüber der heutigen Situation führen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Erarbeitung eines Betriebs- und Gestaltungskonzepts Mooshüslistrasse einfliessen.

Welche Querschnitte werden untersucht?

Im Rahmen des Pilotprojekts werden im Bestand an der Mooshüslistrasse (QS Mooshüslistr. IST-Zustand) und an der Erlenstrasse (QS Erlenstr. IST-Zustand) Erhebungen durchgeführt, um diese mit den Ergebnissen des Pilotprojekts zu vergleichen.

Untersuchung Querschnitte Mooshüslistr. und Erlenstr. Bestand.

Die Umsetzung des Pilotprojekts kann durch einfache Markierungsmassnahmen sowie durch das Aufstellen des Signals «Höchstgeschwindigkeit 30 km/h» realisiert werden. Die nachfolgende Auflistung zeigt die im Perimeter des Pilotprojekts erforderlichen Massnahmen auf:

  • Entfernung der bestehenden Leitlinie
  • Markierung von beidseitigen 1.50m und 1.70m breiten Radstreifen
  • Aufstellung des Signals «Höchstgeschwindigkeit 30 km/h» sowie «Ende der Höchstgeschwindigkeit 30 km/h»
  • Bodenmarkierung «30» in regelmässigen Abständen

Die Massnahmen des Pilotprojekts sind temporär, bis die Erhebungen des IRAP abgeschlossen sind. Nach der Untersuchung wird der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt.

Die nachfolgenden Querschnitte veranschaulichen die drei geplanten Zustände, welche im Rahmen des Pilotprojekts untersucht werden sollen:

Untersuchung Querschnitte Mooshüslistr. Pilotprojekt.

Wie werden die Querschnitte untersucht?

Überholabstandsmessungen, Umfragen, Stressmessungen, Beobachtungen...

Im Rahmen der Forschungsarbeit werden verschiedene Erhebungen durchgeführt, um das Verhalten und die Erfahrungen der Verkehrsteilnehmenden im Zusammenhang mit den drei zu untersuchenden Zuständen des Pilotprojekts – QS1, QS2 und QS3 – sowie im Bestand systematisch zu analysieren.

Erfasst werden unter anderem die Anzahl der Überholvorgänge für eine bestimmte Zeitdauer sowie der Überholabstand von Personenwagen zu Velofahrenden. Ergänzend werden Umfragen durchgeführt, um die subjektiven Wahrnehmungen und Erfahrungen der Verkehrsteilnehmenden zu erfassen. Optional können Stressmessungen erfolgen, um die Beanspruchung der Verkehrsteilnehmenden zu analysieren.

Die Erhebungen finden an einem Werktag – vorzugsweise Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag – statt. Sie erfolgen stets zur gleichen Uhrzeit und über eine konstante Dauer, um vergleichbare Daten zu gewährleisten.

Zur Unterstützung der Beobachtungen kommen zudem Videoaufnahmen zum Einsatz, die eine detaillierte Erfassung des Verkehrsverhaltens ermöglichen.

Jetzt an der Umfrage teilnehmen!

Teilen Sie Ihre Erfahrungen und unterstützen Sie die wissenschaftliche Untersuchung der Querschnitte im Pilotprojekt Mooshüslistrasse. Über den untenstehenden Link können Sie direkt an der Umfrage teilnehmen. (Dauer ca. 10')
Umfrage-Link

Die Teilnahme an der Umfrage ist bis Ende Juni 2026 möglich.

Was passiert nach dem Pilotprojekt?

Nach den Untersuchungen wird der ursprüngliche Zustand inklusive Tempo 50 ab Samstag, 30. Mai 2026, wiederhergestellt. Aus den Auswertungen des Forschungsprojekts soll anschliessend ein Querschnitt ausgewählt werden, welcher für das Betriebs- und Gestaltungskonzept Mooshüslistrasse zur Umsetzung weiterempfohlen wird.

Welche Herausforderungen gibt es?

Mit dem gewählten Querschnitt im Rahmen des Pilotprojekts soll der Begegnungsfall Personenwagen-Personenwagen-Velo auf der Mooshüslistrasse möglichst vermieden werden. Der Grund dafür liegt darin, dass Velofahrende bei solchen Begegnungen bei einer Fahrbahnbreite von 6.00m mit sehr geringem Seitenabstand überholt und dabei häufig an den Fahrbahnrand gedrängt werden.

Es wird erhofft, dass durch die Markierung eines 1.50m bis 1.70m breiten Radstreifens bewirkt wird, dass Velofahrende selbstbewusster und weiter vom Randstein entfernt fahren im Vergleich zum IST-Zustand ohne Markierung. Infolgedessen verzichten motorisierte Fahrzeuglenkende häufiger auf ein Überholmanöver, wenn ihnen gleichzeitig ein anderes Fahrzeug entgegenkommt.

Die Einführung von Tempo 30 führt zu einer Angleichung der Geschwindigkeiten zwischen dem motorisierten Verkehr und dem Veloverkehr. Dadurch wird das Fahrverhalten ruhiger, und Velofahrende werden in der Regel nur noch überholt, wenn kein Gegenverkehr besteht. Der Begegnungsfall Velo-Personenwagen-Velo wird mit dem ausgewählten Querschnitt gefördert – trotz des durchschnittlichen Tagesverkehrs von 8'750 bis 10'910 Fahrzeugen auf der Mooshüslistrasse.

Begegnungsfälle Pilotprojekt.

Bei Rückstausituationen erfolgt eine Mitbenutzung des Radstreifens durch den motorisierten Individualverkehr, da die Kernfahrbahn von lediglich 3.00m Breite für eine konfliktfreie Begegnung zweier Personenwagen nicht ausreichend dimensioniert ist. Für Velofahrende entstehen dadurch ungünstige Bedingungen, da sie sich in solchen Situationen ebenfalls im Stau befinden und nicht ungehindert weiterfahren können.

Im Perimeter des Pilotprojekts treten jedoch in der Regel, auch zu Spitzenzeiten, keine Rückstausituationen auf. Die potenziellen Stauräume, namentlich vor dem Kreisel «Mooshüslistr. – Rüeggisingerstr.» sowie vor der Ampelkreuzung «Mooshüslistr. – Seetalstr.» befinden sich ausserhalb des Projektperimeters.

Rückstau bei Fahrbahnaufteilung Pilotprojekt.

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