Ausgangslage


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Warum wird in Emmenbaum Nord eine Entwicklung angestossen?

Begünstigt durch die zentrale Lage am Bahnhof Emmenbrücke und den nahegelegenen Industriestandorten erfuhr das Gebiet Emmenbaum schon früh eine rege Bautätigkeit. In der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wurde dieser Streifen am Rande der damaligen Tramlinie bereits weitestgehend bebaut.

Mit dem Wachstum der Gemeinde Emmen erfuhr auch das Gebiet Emmenbaum wesentliche Veränderungen, bestehende Gebäude wurden abgerissen und durch die neuen Ansprüche entsprechenden Bauten ersetzt. Mit dieser organischen Wachstumsgeschichte ist ein Quartier mit sehr heterogener Baustruktur entstanden.

Mittlerweile wird allerdings der Bestand am nördlichen Ende des Gebiets den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht. So weisen die Gebäude eine alte Bausubstanz auf, weiter sind die Grundstücke an dieser Zentrumslage nicht gut ausgenutzt. Der angrenzende Entwicklungsschwerpunkt Luzern Nord mit der Viscosistadt und dem Seetalplatz wird in den nächsten Jahren bedeutende Veränderungen erfahren, womit auch das Dreieck zwischen Gerliswil- und Bahnhofstrasse in den Fokus städtebaulicher Überlegungen gelangt.

Die Zentrumslage ist dabei sowohl für Wohn- als auch für Arbeitsnutzungen besonders attraktiv. Die fünf verschiedenen Grundeigentümer im Perimeter Emmenbaum Nord haben dieses Potential erkannt und beabsichtigen daher, dieses Areal in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Emmen qualitativ hochwertig weiterzuentwickeln.

Was ist bereits geschehen?

Um eine qualitativ hochwertige Entwicklung sicherzustellen, wurde für die städtebauliche Konzeptfindung ein Workshopverfahren mit drei Architekturteams durchgeführt. Aus den eingereichten Vorschlägen hat ein Beurteilungsgremium aus externen Fachleuten und Vertretern der Gemeinde Emmen empfohlen, das Konzept der Planergemeinschaft Mirlo Urbano / Brühlmann Loetscher, Zürich, und Lorenz Eugster Landschaftsarchitekten und Städtebau, Zürich, weiterzuverfolgen.

Das dabei zum Richtprojekt weiterverarbeitete Konzept sieht sechs knapp 30 Meter hohe, präzise in das Areal eingefügte Baukörper vor, welche in ihrer Mitte eine lebendige gassenartige Struktur aufweisen. Dadurch werden öffentliche Fusswegverbindungen zwischen dem Bahnhof Emmenbrücke und der Viscosistadt sichergestellt und gleichzeitig ein gemeinschaftlicher Hofraum ermöglicht. Die durch die städtebauliche Dichte beschränkten Aussenräume werden durch Gartenterrassen auf den Sockelgeschossen kompensiert. Diese sind gemeinschaftlich nutzbar und intensiv begrünt, wodurch ein Austausch zwischen Nachbarschaften gefördert wird.

Breite Gehbereiche, Baumreihen und publikumsorientierte Erdgeschossnutzungen im Strassenraum werten die Aufenthaltsqualität an den rege genutzten Verkehrsachsen auf. An der Kreuzung Gerliswilstrasse / Bahnhofstrasse sorgt der Kopfbau mit einem kleinen Vorplatz für die Unterstreichung der besonderen Lage. Die Erschliessung der gemeinsamen Einstellhalle soll zukünftig über die Bahnhofstrasse erfolgen, wobei die Anzahl Parkplätze unter der Berücksichtigung der ausgezeichneten Lage zum öffentlichen Verkehr bewusst tief gehalten wird. Mit entsprechender Infrastruktur soll die Benutzung des Fahrrads für Arbeitnehmer und Bewohner gefördert werden.

Gemäss des vorliegenden Richtprojekts sind rund 3000 Quadratmeter Gewerbe- und Dienstleistungsflächen sowie rund 120 Wohnungen vorgesehen. Der genaue Nutzungsmix kann sich jedoch mit den einzelnen Bauprojekten noch ändern. Das Richtprojekt ermöglicht die Realisierung eigenständiger Bauprojekte, welche allerdings etwa durch die festgelegten Baubereiche für Sockel und Hochbau sowie eine kohärente Fassaden- und Dachgestaltung klare Verwandtschaften aufweisen sollen.

Die im Richtprojekt erarbeiteten wesentlichen Elemente sollen nun in einem Bebauungsplan grundeigentümerverbindlich festgelegt werden.

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Warum ist für diese Entwicklung ein Bebauungsplanverfahren geeignet?

Da Entwicklungsprojekte an einer solch zentralen Lage in den Aspekten Städtebau, Architektur, Freiraumgestaltung, Erschliessung, Mobilität und Nutzungsmix hohe Ansprüche aufweisen, müssen sie mit einer gesamtheitlichen Sichtweise angegangen werden. Das Instrument des Bebauungsplanes erlaubt eine gegenüber der Grundnutzung erhöhte Ausnutzung, wodurch auch eine gewisse Verdichtung erzielt werden kann.

Gleichzeitig ermöglicht das Bebauungsplanverfahren der Gemeinde, Qualitätsanforderungen bereits frühzeitig festzulegen. Dadurch kann eine aufeinander abgestimmte Entwicklung des gesamten Perimeters auch bei einer gestaffelten Bautätigkeit sichergestellt werden, um langfristig die Entwicklung eines attraktiven Quartiers im Zentrum von Emmen zu realisieren.

Der Bebauungsplan ist ein Planungsinstrument der Gemeinden. Er muss vom Einwohnerrat erlassen und vom Regierungsrat genehmigt werden.

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Ab wann ist mit baulichen Veränderungen im Planungsgebiet zu rechnen?

Das Bebauungsplanverfahren wurde im Sommer 2020 gestartet, zurzeit werden die verschiedenen notwendigen Bestandteile des Bebauungsplanes mit spezialisierten Fachbüros erarbeitet. Mit der Genehmigung des Bebauungsplanes ist unter Berücksichtigung aller notwendigen Verfahrensschritte nicht vor dem Jahr 2022 zu rechnen. Die Umsetzung von Bauprojekten liegt anschliessend in der Verantwortung der jeweiligen Grundeigentümer.

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mitwirken.emmen.ch

© Gemeinde Emmen, 2020

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